Kriegsende als Befreiung von der Nazidiktatur
Sozialdemokraten erinnern an Geschehnisse vor 80 Jahren
11. März 2025 – Die Pflege der Erinnerungskultur mit dem Gedenken an besondere Jahrtage zählt zu den „Kernkompetenzen“ der örtlichen Sozialdemokraten mit ihrer Arbeitsgemeinschaft 60plus. Seit deren Gründung im Jahr 2004 beleuchtet die Arbeitsgemeinschaft immer wieder einschneidende geschichtliche Ereignisse oder wirft einen Blick auf Persönlichkeiten, die national und international Geschichte geschrieben haben. So gedachte man in jüngerer Vergangenheit 2022 des 100. Geburtstags des „Architekten“ der Ostpolitik Egon Bahr, des 30. Todestags von Willy Brandt und des Zustandekommens des Grundlagenvertrags mit der damaligen DDR vor 50 Jahren. Hierzu konnte man die Witwe Bahrs, Professorin Adelheid Bahr, und den ältesten Sohn des Altkanzlers und Friedensnobelpreisträgers, Professor Peter Brandt, in Laudenbach begrüßen. Ein Jahr später widmete man sich der 160-jährigen Parteigeschichte mit Professor Gert Weisskirchen und einem speziellen Liederabend sowie einem Film über die wechselvolle Historie der Partei. Im vergangenen Jahr war erneut der Historiker Peter Brandt zu Gast, um das 75-jährige Jubiläum des Grundgesetzes zu beleuchten und zusätzlich nahm man mit dem Film „Sternstunde ihres Lebens“ den besonderen Einsatz der „Mütter des Grundgesetzes“, allen voran Sozialdemokratin Dr. Elisabeth Selbert, um Aufnahmen der Gleichberechtigung in Artikel 3 des Grundgesetzes in den Blick.
In diesem Jahr liegt das Ende des 2. Weltkriegs 80 Jahre zurück. In Laudenbach marschierte am 27. März 1945 die US-Army ein und befreite das Dorf von der Naziknechtschaft. Dieses besondere Datum nehmen die Sozialdemokraten zum Anlass, am Freitag, 28. März, 19 Uhr im Georg-Bickel-Haus sowohl an die Geschehnisse im Ort, wo an diesem Tag leider noch unschuldige Todesopfer zu beklagen waren, als auch an das Kriegsende im Reich am 8. Mai 1945 und den darauffolgenden Weg in die Demokratie zu erinnern. Bereits das 60-jährige Kriegsende war 2005 Anlass für die damals noch junge Arbeitsgemeinschaft 60plus mit ihrer Gründungssprecherin Christel Masseck, mit acht Zeitzeugen aus unterschiedlichsten Perspektiven das einschneidende Ereignis, das sich in die Gedächtnisse eingebrannt hat, zu beleuchten. Die Mehrzahl der seinerzeit Vortragenden ist zwischenzeitlich leider verstorben, ihre teilweise berührenden authentischen Ausführungen bleiben aber als Vermächtnis erhalten.
Der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft 60plus, Herbert Bangert, der bereits vor 20 Jahren die Veranstaltung moderierte, wird in die Veranstaltung am 28. März einführen und überleiten zu einem Zeitzeuginnenbericht. Ilse Kornek, bereits vor 20 Jahren mit von der Partie, hat als achtjähriges Mädchen den Einmarsch der Army in der Bahnhofstraße ganz unmittelbar erlebt. Der langjährige Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende, Professor Gert Weisskirchen, konnte erneut für einen polithistorischen Vortrag gewonnen werden. Er erinnert an die Befreiung durch die Alliierten und den von diesen begleiteten Weg in einen freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat mit dem Grundgesetz als Basis auch einer ständigen Reformorientierung. Weisskirchen beleuchtet auch den derzeitigen Epochenbruch, von Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem Überfall Putins auf die Ukraine als „Zeitenwende“ beschrieben, und sieht in einer Zeit, in der „Verteidigungsfähigkeit“ und „Kriegstüchtigkeit“ wieder die Politik mitbestimmen, im Erhalt von Freiheit, Sicherheit, Solidarität und Demokratie den bleibenden historischen Auftrag der Sozialdemokratie. Der Abend, zu dem die interessierte Bürgerschaft herzlich eingeladen ist, wird musikalisch umrahmt von Gemeinderat Bernd Hauptfleisch und Annette Hock mit Antikriegs- und Freiheitsliedern.